• Rudolf Diesel, Erfinder des Dieselmotors, 1895
  • Albert Einstein, Erfinder der Relativitätstheorie, 1905-1915
  • Max Planck, Schöpfer der nichtklassischen Physik, 1900
  • Otto Lilienthal, Erfinder des Flugzeugs, 1891
  • Philipp Reis, Erfinder des Telefons, 1861
  • Carl Benz, Erfinder des Autos, 1886
  • Rudolf Diesel, Erfinder des Dieselmotors, 1895
  • Albert Einstein, Erfinder der Relativitätstheorie, 1905-1915
  • Max Planck, Schöpfer der nichtklassischen Physik, 1900
  • Otto Lilienthal, Erfinder des Flugzeugs, 1891
  • Philipp Reis, Erfinder des Telefons, 1861

Jugend und Werdegang

Als Elektronikbastler fing er an.

Am Anfang war seine Neugierde auf die Technik. Der deutsche Elektrotechniker und Mathematiker Karlheinz Brandenburg wurde 1954 in Erlangen geboren – mitten im deutschen Wirtschaftswunder und gerade mal vier Wochen vor Angela Merkel (ob das ein gutes Omen war?). Wie bei allen „jüngeren“ Erfindern gibt es relativ wenig biografische Daten. Er hat offensichtlich auch noch nicht seine Memoiren geschrieben oder schreiben lassen. Deshalb ist leider sehr wenig über sein Elternhaus, seine Jugend bekannt. Welchen Anstoß bekam er für die Elektrotechnik? Aus einem Buch, vom Vater, von einem Lehrer? Seinen ersten Versuch startete er, als er 13 Jahre alt war, da baute er eine automatische Blumengießanlage, die sogar funktionierte. Und er bastelte Verstärker. Schon als Kind hat er Schilderungen über Technik und Erfinder und Science-Fiction-Romane gerne gelesen. Als Elektronikbastler, der seine Stereoanlage selber baute und die Anfänge der Computertechnik sehr interessiert verfolgte, waren Elektrotechnik, Informatik, Physik, Mathematik die Gebiete, die ihn interessierten und die für den späteren Beruf in Frage kamen. Hatte er Vorbilder? Als Jugendlicher hatte er viel über Albert Schweitzer gehört. Die Verbindung von Wissenschaftler und Arzt zu sozialem Engagement fand er erstrebenswert. Die Geschichten über Gauss, Edison und Co. waren für ihn auch interessant, aber viel zu weit weg, um wirklich als Vorbild zu dienen. Schon früh war er von Neugierde erfüllt, den Dingen auf den Grund gehen wollen. Er hatte schon als Junge die Kreativität, neue Ideen zu entwickeln und nicht einfach nur Altbekanntes nachzuvollziehen.

Als Pfadfinder bei der Evangelischen Jugend. Bei Recherchen sucht man vergeblich nach Fotos aus seiner Jugend oder mit seiner Familie. Jedenfalls konnte er schon früh Andere begeistern und motivieren, das lernte er bei der Evangelischen Jugend und den Christlichen Pfadfindern, wo er Stammesführer war. Noch heute nennt er die dort praktizierte Teambildung, das Zusammenbringen von heterogenen Talenten und Temperamenten, als die wichtigste Aufgabe eines Forschungsleiters. Und er wanderte sehr gerne; Pfadfinder und Wandern gehören ja eng zusammen. Später war er als überzeugter Christ im Lutherischen Weltbund und in der Friedensbewegung aktiv. Wenn man mit Ehrenamtlichen arbeitet, kann man nicht mit Anordnungen kommen. Man muss überzeugen, so seine Meinung. Das machte er auch in seinem späteren beruflichen Leben.

Brandenburg Uni SiegelBild 1. Das Siegel der Friedrich-Alexander-Uni in Erlangen.

Abi und Uni. Nach seinem Abitur 1973 am Humanistischen Gymnasium in Erlangen begann Brandenburg sein Elektrotechnik- und Mathematikstudium an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, die 1743 gegründet wurde und heute 35000 Studenten ausbildet. Es gab berühmte Studenten an dieser traditionellen Universität: Justus von Liebig (Begründer der organischen Chemie), Georg Ohm (Physiker, nach ihm wurde die Einheit des elektrischen Widerstandes benannt), Hans Geiger (Physiker, Erfinder des Geigerzählers), Ludwig Erhard (Bundeswirtschaftsminister). Brandenburg machte dort seinen Diplom-Ingenieur 1980 in Elektrotechnik und 1982 in Mathematik. Danach wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl  für Technische Elektronik.

Brandenburg Uni ABild 2. Das neobarocke Kollegienhaus der Uni Erlangen von 1889. Karlheinz Brandenburgs Alma mater.

Seine Doktorarbeit weist den Weg zu seiner Erfindung. Eine entscheidende Weichenstellung für seine spätere Erfindung gab es, als sein Doktorvater Mitte der siebziger Jahre auf die Idee kam, dass man möglicherweise über Telefonleitungen statt Sprache auch Musik übertragen könnte.

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Ein Prüfer des Patentamtes sagte kategorisch: Es ist bekannt, dass das nicht funktioniert. Woher wusste der das? Ein typisches Totschlagargument, deren wir so viele haben in der Geschichte deutscher Erfinder und Entdecker: Philipp Reis (Sprache kann niemals mit Elektrizität übertragen werden), Christian Hülsmeyer (Was soll ihr Radarsystem, wir haben unsere Nebelhörner), Carl Benz (Kaiser Wilhelm: Das Auto ist eine vorübergehende Erscheinung, ich glaube an das Pferd). Professor Seitzer gehörte jedoch nicht zu den Leuten, die darüber nachdenken, warum etwas nicht funktioniert und suchte einen Doktoranden, der zeigen sollte, was wirklich möglich gemacht werden kann. Und den fand er in Karlheinz Brandenburg. Daraus entstand seine Dissertation zum Thema: Verfahren und Qualitätsbeurteilung für hochwertige Musikcodierung, die die Grundlage für den heute weltweit bekannten MP3-Audiocodierstandard darstellt. Mit diesen bahnbrechenden Entwicklungen zu Audiokodierungs- und Audiodatenkompressionsverfahren erhielt er 1989 seinen Doktorgrad.

Er ließ seinen Forschungen in Erlangen einen einjährigen Aufenthalt in den Bell Laboratorien von AT&T in den USA folgen, wo er postdoctoral member of the technical staff war.

Bildnachweis

Bild 1: Website Uni Erlangen-Nürnberg. Bild 2: Wikipedia, Urheber Akriesch, CC-BY-SA Unported 3.0.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 13. September 2013 um 18:57 Uhr